Positionspapier der Fairen Metropolregionen in Deutschland
Entwicklungspolitik auf kommunaler Ebene verankern: Metropolregionen als wichtige Partnerinnen für kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Ellsberg Whistleblower Award 2026 geht an Andrés Olarte Peña
Eine international besetzte Jury hat entschieden, den Ellsberg Whistleblower Award 2026 an den kolumbianischen Whistleblower Andrés Olarte Peña zu vergeben.
Der Whistleblower hat tausende Dokumente weitergegeben, die gravierende Missstände bei Ecopetrol – dem größten und mehrheitlich staatlichen Unternehmen Kolumbiens – aufzeigen:
• Massive Umweltverschmutzungen, darunter die Verunreinigung von Wasser und Feuchtgebieten mit Schadstoffen sowie illegales Abfackeln von Methan;
• Verschleierung und bewusstes Nicht-Melden von Umweltverschmutzungen;
• Gezielte Überwachung und Repressalien gegen führende Aktivist*innen;
• Einsatz staatlicher Sicherheitskräfte zur Durchsetzung von Unternehmensinteressen.
Andrés Olarte arbeitete von Januar 2017 bis Januar 2019 bei Ecopetrol, zunächst als Analyst und später als Umweltberater des Vizepräsidenten für Nachhaltigkeit. Nachdem er auf verschiedenen organisationsinternen Wegen keinen Erfolg gehabt hatte, wandte er sich an die Environmental Investigation Agency (EIA). Im März 2025 veröffentlichte die EIA den Bericht Crude Lies zusammen mit der Datenbank Iguana Papers. Die BBC produzierte die Dokumentation Colombia: Petroleum, Pollution and Paramilitaries. Die Recherchen geben einen erschütternden Einblick in die Praktiken eines Rohstoffunternehmens in einem Land, das als eins der gefährlichsten der Welt für Umweltaktivist*innen gilt.
Deine Stimme gegen Diskriminierung!
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat Deutschlands größte Umfrage zu Benachteiligungen gestartet. Egal ob im Beruf, in der Schule oder im Alltag: Diskriminierung ist für viele Realität, doch wie oft und wo sie passiert, ist kaum erforscht.
Jetzt könnt ihr anonym eure Erfahrungen teilen – online oder auf Papier, bis 28.2.2026. Jede Stimme hilft, Diskriminierung sichtbar zu machen und Unterstützung zu verbessern.
Ende der Verantwortung oder gemeinsam für eine solidarische Welt?
Unter diesem Titel diskutierte der Verein NETZ am 19.11.25 in der Kongresshalle Gießen über die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit – angesichts drastischer Haushaltskürzungen und wachsender globaler Ungleichheit.
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher betonte, dass eine solidarische Welt entsteht, indem wir Verantwortung teilen. Bundestagsabgeordnete wie Felix Döring (SPD) und Desiree Becker (Die Linke) warnten vor den Folgen der Kürzungen und der Abschwächung des EU-Lieferkettengesetzes.
Pushpa Islam vom Vorstand des epn Hessen berichtete persönlich: „Es macht mich sehr traurig, diese Einstellung, denn ich habe Familie in Bangladesch. Ich sehe, was die Auswirkungen sind – sei es Klimakatastrophe oder Ausbeutung in der Textilwirtschaft. Bangladesch hat schon sehr viel geleistet in den letzten 50 Jahren. Ermöglicht auch mit internationaler Solidarität.“
Ein Video zeigte Frauen in Bangladesch, die trotz Armut Wege in die Selbstständigkeit finden. Niko Richter (Bangladesch-Forum) und NETZ-Vertreter*innen forderten, solche Erfolge politisch zu verankern. Das Publikum kritisierte mangelnde Unterstützung für zivilgesellschaftliches Engagement.
In einem Punkt herrschte Einigkeit: Globale Verantwortung braucht jetzt politische und bürgerschaftliche Kraft. NETZ plant weitere Aktionen, u.a. einen Online-Projektabend am 26.11.
Frankfurt treibt Nachhaltigkeitsziele voran
Frankfurt geht vorbildlich voran: Die Nachhaltigkeitsstrategie „Frankfurt Green City“ wurde am 14.11. beschlossen!
Es gibt vier Schwerpunkte:
- Globale Verantwortung, Eine Welt und nachhaltige Beschaffung
- Nachhaltige Stadtentwicklung
- Klima, Umwelt und Ressourcen
- Nachhaltige Mobilität
Europäische Brandmauer gefallen, Menschenrechtsschutz geopfert – Initiative Lieferkettengesetz verurteilt Allianz der Union mit Rechtsextremen
Heute (13.11.25) wurde im EU-Parlament erneut über die Positionierung zum Omnibus-I-Paket abgestimmt – nachdem vor zwei Wochen keine Einigung über den Vorschlag des Rechtsausschusses zustande kam. Die heutige Mehrheit wurde durch die Stimmen der rechten und rechtsextremen Fraktionen erreicht.
Sofie Kreusch kommentiert für die Initiative Lieferkettengesetz:
„Durch die gemeinsame Mehrheit von Europäischer Volkspartei und rechtsextremen Fraktionen wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie bis zur Unkenntlichkeit abgeschwächt – ein politischer Dammbruch mit unmittelbaren Folgen für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt sowie die politische Stabilität der EU.
Hier zur Pressemitteilung von Initiative Lieferkettengesetz!
Gespräch mit Bundesministerin Reem Alabali Radovan am 3.11.2025
Auf Einladung der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung trafen sich Vertreter:innen der agl, der Stiftung Nord-Süd-Brücken und 14 Landesnetzwerke zum Austausch im BMZ.
Frau Alabali Radovan betonte die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft und dankte für das langjährige Engagement in der Eine Welt-Arbeit. Sie stellte vier Schwerpunkte ihres Reformprozesses im BMZ vor:
- Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, Förderung von Bildung, Geschlechtergerechtigkeit und einer starken Zivilgesellschaft.
- Frieden und Sicherheit durch Krisenprävention und Friedensförderung.
- Faire wirtschaftliche Kooperationen, die partnerschaftlich und nachhaltig gestaltet werden sollen.
- Strategische Allianzen mit internationalen Partnern, da Deutschlands Rolle durch den Rückzug der USA aus Teilen der Entwicklungszusammenarbeit weiter an Bedeutung gewinnt.
Zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Inland betonte sie deren Bedeutung als gesellschaftlichen Stabilisierungsfaktor und sprach sich gegen starke Kürzungen im Haushalt aus. Besonders würdigte sie das Engagement der ostdeutschen Zivilgesellschaft, die unter schwierigen Bedingungen arbeite und mehr Förderung benötige.
Die Stiftung Nord-Süd-Brücken regte in diesem Zusammenhang an, Ost-West-Partnerschaften aufzubauen, um die Eine Welt-Arbeit in den ostdeutschen Bundesländern angesichts der alarmierenden Situation solidarisch zu unterstützen.
Frau Alabali Radovan rief zu mehr Sichtbarkeit erfolgreicher Projekte auf und mahnte, dem öffentlichen Druck gegen Entwicklungszusammenarbeit entschlossen entgegenzutreten.
Die agl hob in ihrem Beitrag die Bedeutung von Resilienz, Sichtbarkeit und neuen Zielgruppen hervor sowie die Notwendigkeit, regelmäßig den politischen Austausch zu suchen und aktiv Politiker:innen einzuladen oder einzubinden. In einer anschließenden Vorstellungsrunde präsentierten die Landesnetzwerke Beispiele aus den Promotor:innen-Programmen.
Zum Abschluss unterstrich die Ministerin, dass Politik und Zivilgesellschaft nur gemeinsam Allianzen schmieden und den Wandel voranbringen könnten und es wichtig sei, dabei Zuversicht und Mut zu bewahren.
MehrEin Feiertag für unsere Erde – epn Hessen startet Petition für den Weltumwelttag
Mit einer neuen Petition auf Change.org fordert das epn Hessen die Einführung eines neuen gesetzlichen Feiertags am Weltumwelttag (5. Juni). Der Tag soll Raum schaffen, um gemeinsam Projekte für Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen, zu lernen und unser Engagement für eine nachhaltige Zukunft zu feiern.
Alle Bürger:innen sind eingeladen, die Petition zu unterzeichnen und zu teilen.
👉 Petition unterzeichnen: https://www.change.org/Feiertag-für-Umwelt-und-Klima
