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Aktuelles


Stellenausschreibung im PromotorInnen-Programm

Das kopfstand Bildungskollektiv und das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen (EPN Hessen) suchen ab dem 01.01.2019 am Arbeitsort Kassel-Kaufungen eine/einen

Eine Welt-RegionalpromotorIn für Nordhessen (60%)

Im Rahmen des bundesweiten Eine Welt-PromotorInnen-Programms der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke (agl) e.V. soll die/der Eine Welt-RegionalpromotorIn die entwicklungspolitische Inlandsarbeit (Beratung, Qualifizierung, Information- und Vernetzung) in Nordhessen unterstützen. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2018.

>> Stellenausschreibung Eine Welt-RegionalpromotorIn für Nordhessen

Hintergrund: Weiterentwicklung des hessischen Eine Welt-PromotorInnen-Programms (Zyklus 2019-2021)

Seit 2012 beteiligt sich das hessische Landesnetzwerk am bundesweiten Eine-Welt-PromotorInnen Programm. Das Programm der Eine Welt-Landesnetzwerke wird vom Bund zu 60% und von den Bundesländern zu 40% finanziert.
Aktuell gibt es in Hessen zu vier Themenschwerpunkten sogenannte FachpromotorInnen in Teilzeit: ‚Globales Lernen und Nachhaltigkeit‘, ‚Fairer Handel und nachhaltige Beschaffung‘, ‚Migration, Entwicklung und interkulturelle Öffnung‘ sowie ‚Öffentlichkeitsarbeit und Partizipation‘. Zwei Fachpromotionen sind in der Geschäftsstelle angesiedelt und zwei bei Anstellungsträgern in Darmstadt und Marburg. Der aktuelle Förderzyklus läuft Ende dieses Jahres aus und für 2019–2021 muss ein neuer Zyklus beantragt werden.

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EPN Hessen-Newsletter 02/2019

Aus dem Inhalt:

Aufgetaktet & fortgereiht. Aktuelle EPN Hessen-Reihen: Film- und Diskussionsreihe FERN:WELT:NAH7 | Vortragsreihe „Gute Arbeit weltweit – Arbeitsrechte global!“ | PERSPEKTIVWECHSEL. Reihe kritischer Stadtrundgänge * Aktuelle EPN Hessen-Kooperationsveranstaltungen * Mitmachen beim EPN Hessen-Jugendforum: JES!-Vernetzungstreffen (28.03.) * Städtefreundschaft Frankfurt-Kobanê initiiert Aufruf gegen Invasion in Nordostsyrien * Karl Kübel Stiftung: FAIRWANDLER-Preis 2019 würdigt junges Engagement * Neue hessische Fachpromotorin für Globales Lernen * Hessische Kommunen können zukünftig Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten * Neuer Gesetzesentwurf – Unternehmensverantwortung jetzt! * „Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still“ – 8. März ist Frauen*streiktag * Materialien * Mitmachen: Kampagnen, Wettbewerbe & Ausschreibungen * Terminlese

Der Newsletter informiert über Aktivitäten im Netzwerk, entwicklungspolitische Neuigkeiten, neue Bildungsmaterialien aktuelle Mitmach-Aktionen und Veranstaltungen. Am besten gleich abonnieren!

>> Und hier geht es direkt zum Newsletter 02/2019

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Aktuelle EPN Hessen-Kooperationsveranstaltungen:

REIHE FERN : WELT : NAH
Mi., 06.03.19 (19h), Frankfurt/M.

Welcome to Sodom
Entwicklungspolitischer Film- und Diskussionsabend: Dokufilm & Diskussion mit Anne Jung (medico international). Moderation: Silke Lunnebach (Klima-Bündnis). Host des Abends: Klima-Bündnis & medico international. Veranstalter der Reihe: EPN Hessen im Rahmen des hessischen Eine Welt-PromotorInnen-Programms sowie die katholische Akademie Rabanus Maurus im Haus am Dom

VORTRAGSREIHE:
Mi., 06.03.19 (19h), Frankfurt/M.

Autoproduktion – zwischen globalen Wertschöpfungs­ketten und sozialökologischer Konversion
Vortragsabend im Rahmen der Reihe „Gute Arbeit weltweit – Arbeitsrechte global!“. Veranstalter: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Frankfurt, EPN Hessen und kath. Akademie Rabanus Maurus

VORTRAGSREIHE:
Di., 19.03.19 (19h), Frankfurt/M.

Schlechte, billige, prekäre Jobs – Care-Arbeit innerhalb globaler Migrationsbe­we­gungen/informelle Arbeit in Hotel- und Baugewerbe
Vortragsabend im Rahmen der Reihe „Gute Arbeit weltweit – Arbeitsrechte global!“. Veranstalter: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Frankfurt, EPN Hessen und kath. Akademie Rabanus Maurus

VORTRAGSREIHE:
Di., 02.04.19 (19h), Frankfurt/M.

Schöne neue Arbeitswelt: Arbeit 4.0 ohne Kernarbeitsnormen?
Vortragsabend im Rahmen der Reihe „Gute Arbeit weltweit – Arbeitsrechte global!“. Veranstalter: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Frankfurt, EPN Hessen und kath. Akademie Rabanus Maurus

>> Weitere EPN Hessen-Veranstaltungen

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März 2019

Hessische Kommunen können zukünftig Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten

Weltweit arbeiten etwa eine Million Kinder in Steinbrüchen, davon ca. 150.000 in Indien, woher Schätzungen zufolge mindestens 50 Prozent der Grabsteine auf heimischen Friedhöfen stammen. Seit 1. März gibt es für hessische Kommunen nun endlich eine Rechtsgrundlage, um Grabmäler aus Kinderarbeit zu verbieten. Die im vergangenen August beschlossene Änderung für das Friedhofs- und Bestattungsgesetz ist dann in Kraft getreten.

Damit erhalten hessische Kommunen eine weitere Möglichkeit, ihre menschenrechtliche Verantwortung wahrzunehmen. Sie können in ihren Friedhofssatzungen festlegen, dass nur Grabsteine und Grabeinfassungen aufgestellt werden dürfen, die nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt worden sind. Mehrere hessische Kommunen – darunter Wiesbaden, Marburg und Kassel – haben diesen Schritt bereits erwartet und werden ihre Friedhofssatzungen anpassen.

Konkret nimmt das Änderungsgesetz Bezug auf das Verbot und die Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit laut Konvention Nr. 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). In Kommunen, die einen entsprechenden Passus in ihre Friedhofssatzung aufnehmen, muss der Verkäufer – meist der Steinmetz – nachweisen, dass das Grabmal ohne Kinderarbeit hergestellt worden ist.


Weitere Infos:
>> Konvention Nr. 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
>> Gesetz zur Änderung des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (PDF)
>> Faltblatt „Marmor, Granit & Co.: Was ist wichtig beim Natursteinkauf?”
>> Kampagne Aktiv gegen Kinderarbeit – Schwerpunkt Grabsteine
>> EPN Hessen-Webseite zur öffentlichen Beschaffung in Hessen

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Februar 2019

„Nachhaltig einkaufen!?“ –
Neue Bewusstseinskampagne zu nachhaltigem Konsum.

Viele von uns wollen nachhaltiger einkaufen. Regale sind voll mit Produkten, Onlineshops bieten fast alles an. Hinter den meisten Angeboten stecken intransparente Rohstoff- und Lieferwege. Oft gibt es für ein Produkt viele Alternativen. Welche ist „nachhaltig“?

Lust auf besser Leben (Labl) hat zusammen mit Reflecta die Kampagne „Nachhaltig einkaufen!?“ initiiert, die in den kommenden Wochen unter dem Motto „Mobilität beginnt im Kopf“ solche und viele weitere Fragen rund um das Thema ‚nachhaltig einkaufen‘ reflektieren wird. Mit im (Kampagnen-)Boot sind eine Reihe von NetzwerkpartnerInnen – darunter auch wir, EPN Hessen. Bei dieser neuen Bewusstseinskampagne geht es darum, KonsumentInnen für die Rohstoff- und Lieferwege zu sensibilisieren, die hinter den gekauften Produkten stecken – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit vielen Fragen und Denkanstößen: Kaufe ich besser die Zahnbürste vom Drogeriemarkt nebenan oder die Bambuszahnbürste aus dem Onlineshop? Wie oft hat Dein neues Shirt die Erde umrundet, bis es im Kleiderschrank landete? Was ist nachhaltiger?

Seit dem 23. Februar heißt es nun: 14 Wochen, 14 Alltagsprodukte, ein Ziel: sich informieren und dann bewusst(er) entscheiden. Die Kampagne sucht dazu Antworten auf offene Fragen. Sie interviewt 40 HändlerInnen und recherchiert die Wege von 14 Produkten, die uns von der Zahnbürste nach dem Aufstehen über die Kaffeetasse bis hin zum Kino am Abend durch den Alltag begleiten. Um die ganze Sache unterhaltsam-anschaulich aufzubereiten, werden die gefundenen Antworten – quasi als Reise durch den Alltag von jedermann*frau – in 14 kurzweilige ‚Alltags-Storys‘ verpackt und bis Ende Mai wöchentlich auf der Labl-Webseite veröffentlicht.

Weitere Infos:
>> Kampagne „Nachhaltig einkaufen!?“

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Januar 2019

Anna Dobelmann: Unsere neue hessische Fachpromotorin für Globales Lernen

Mit dem Start in die neue Förderperiode gibt es einen personellen Wechsel im Team der hessischen Eine Welt-PromotorInnen. Ende 2018 hat uns unsere lieb gewonnen Kollegin Lydia Koblofsky verlassen, um sich neuen (Lebens-)Aufgaben zu widmen. Das EPN Hessen und das PromotorInnen-Team winken Richtung Marburg und danken ihr von Herzen für den Elan und das große Engagement, das sie seit 2012 in das PromotorInnen-Programm eingebracht hat. Für ihren neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihr alles Gute, gehen aber fest davon aus, dass wir sie nicht aus den Augen verlieren werden.

Ihre Nachfolge als hessische Eine Welt-Fachpromotorin für Globales Lernen hat im Januar Anna Dobelmann angetreten, Anstellungsträgerin bleibt weiterhin die Initiative Solidarische Welt e.V. / Marburger Weltladen. Die studierte Politikwissenschaftlerin arbeitete zuvor als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Hochschuldozentin an der Freien Universität Berlin und der Philipps-Universität Marburg. Dort forschte und lehrte sie zu entwicklungspolitischen Themen und globaler Ungleichheit, vor allem zu Rohstoff- und Landkonflikte, Internationaler Politischer Ökonomie und Handelspolitik, Geschlechterverhältnissen, rassismuskritischen Perspektiven und Post Colonial Studies. Sie promoviert zum Wandel der landwirtschaftlichen Produktion in Argentinien. Seit vielen Jahren ist sie in ehrenamtlichen Zusammenhängen zu Themen globaler Ungleichheit, Anti-Rassismus und Critical Whiteness und in der Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen aktiv.


Weitere Infos:
>> Das Eine Welt-PromotorInnen-Programm & die PromotorInnen in Hessen

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Dezember 2018

Der Koalitionsvertrag der hessischen Landesregierung entwicklungspolitisch gesichtet

„Aufbruch im Wandel durch Haltung, Orientierung und Zusammenhalt“. In diesem Artikel wird eine entwicklungspolitische Sichtung ausgewählter Aspekte des Koalitionsvertrages zwischen CDU Hessen und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Hessen für die 20. Legislaturperiode vorgenommen.

Bereits in der Präambel bekennt sich die alte und neue Landeregierung zur Bewahrung der Schöpfung und der biologischen Vielfalt, der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes innerhalb rasanter Wandelungsprozesse, zum europäischen Projekt sowie zur Überwindung sozialer Ungerechtigkeiten. Die UN-Agenda „Transformation unserer Welt. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ fungiert in Hessen bereits als Bezugsrahmen sowohl zur Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie als auch der entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes. Diese Agenda vor Augen, lässt sich positiv anmerken, dass sich der Anspruch der Agenda „niemanden zurückzulassen“ auch im Koalitionsvertrag in der recht ausführlichen Befassung mit so unterschiedlichen Themen wie Inklusion und Barrierefreiheit, der Geschlechtergerechtigkeit aber auch der Interkulturellen Öffnung und der Stärkung der migrantischen Selbstvertretungsorganisationen niederschlägt. Nachhaltigkeit als Richtschnur wird an verschiedenen Stellen des Vertrages genannt, wobei es sich wahlweise um ökologische, soziale oder ökonomische Nachhaltigkeit handelt.


Weitere Infos:
>> Koalitionsvertrag der hessischen Landesregierung für die 20. Legislaturperiode (PDF)
>> EPN Hessen-Broschüre „Initiativ/en für globale Nachhaltigkeit“ (PDF)

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November 2018

„Weltoffenes“ Frankfurt? Worthülsen statt Bekenntnis zur sicheren Hafenstadt

Über 7000 Menschen sind im September auf die Straße gegangen, um unter anderem die politischen Verantwortlichen der Stadt Frankfurt dazu zu bewegen, sich zur sicheren Hafenstadt zu bekennen und sich damit bereit zu erklären, aus Seenot gerettete Geflüchtete aufzunehmen. Um diesem dringenden Anliegen weiteren Nachdruck zu verleihen, hat das Frankfurter Seebrücke-Bündnis am 8. November einen offenen Brief an den Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler übergeben. Der Brief, der sich an Oberbürgermeister Peter Feldmann, den Magistrat sowie die Stadtverordneten richtet und von über 1600 FrankfurterInnen unterzeichnet worden ist, enthält ebenfalls die Forderung, Frankfurt möge sich menschrechtlicher Verantwortung stellen und sich zum „sicheren Hafen“ erklären.

Doch ungeachtet all dessen entschied die Stadtverordnetenversammlung vergangenen Donnerstag: Geflüchtete Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, sollen in der Stadt Frankfurt am Main keine Aufnahme finden. Damit wurde ein im Juli eingereichter Antrag der Fraktion Die Linke, der Ende August bereits im Frankfurter Haupt- und Finanzausschuss keine Mehrheit fand, endgültig abgelehnt und verworfen. Der Antrag verwies kritisch auf die „menschenverachtende Politik der europäischen Länder“, die immer mehr auf Abschottung und Abwehr von Geflüchteten setzt. Frankfurt solle nicht Teil dieser Politik sein, so der Appell, der beschämenderweise bei der Mehrheit der Stadtverordneten wirkungslos abzuprallen schien.


Weitere Infos:
>> Sicherer Hafen Frankfurt am Main – Offener Brief der Seebrücke
>> Seebrücke-Webseite
>> FR-Artikel „Frankfurt wird kein sicherer Hafen“ vom 9.11.2018
>> Antrag der Fraktion DIE LINKE „Frankfurt wird sicherer Hafen“

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September 2018

Keine Ausbeutung mit Steuergeldern! Bündnis fordert faire Vergabe in Hessen

Ob Dienstkleidung, die Pflastersteine auf dem Marktplatz, IT-Produkte oder Kaffee – die Produktpalette der öffentlichen Beschaffung ist breit. Jährlich werden in Deutschland Güter und Dienstleistungen im Wert von etwa 400 Milliarden Euro von Kommunen, Ländern und Bund eingekauft. Das entspricht knapp 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die öffentliche Hand verfügt damit über eine erhebliche Marktmacht, mit der sie dazu beitragen kann, dass bei der Herstellung der eingekauften Waren Menschenrechte und Umweltaspekte beachtet werden.

Wie kann das konkret hier in Hessen gehen? Die Grundlage für die Einkäufe der Landeseinrichtungen ist das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG). Es legt unter anderem fest, inwieweit Vergabestellen Kriterien zur Nachhaltigkeit beachten können/müssen. Das Vergabegesetz kann auf diese Weise auch Ziele wie soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz fördern. Nach Einschätzung vom „Bündnis für eine faire Vergabe in Hessen“ wird diese Möglichkeit aktuell nicht ausreichend genutzt.

In dem 2013 gegründeten Bündnis setzt sich das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen (EPN) gemeinsam mit Gewerkschaften, umweltpolitischen Nichtregierungsorganisationen und dem Zentrum Oekumene der EKHN dafür ein, dass ökologische, soziale und faire Kriterien in Hessen bei öffentlichen Aufträgen konsequent berücksichtigt werden.
Bei einer Pressekonferenz am 24.09.2018 in Wiesbaden wiesen Maria Tech (EPN, Eine-Welt-Fachpromotorin für Fairen Handel und nachhaltige Beschaffung) und Michael Rudolph (Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen) auf die Schwächen des Gesetzes hin und stellten die Forderungen des Bündnisses vor.


Weitere Infos:
>> Positionspapier Bündnis für eine faire Vergabe in Hessen
>> Pressemitteilung Bündnis für eine faire Vergabe in Hessen vom 24.09.2018 (PDF)
>> Pressespiegel zur Pressekonferenz vom 24.09.2018 in Wiesbaden (PDF)
>> Gesetz zur Änderung des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (PDF)

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September 2018

Verbände fordern von der hessischen Landesregierung: Keine Ratifizierung von CETA im Bundesrat!

Anlässlich des Hessischen Tags der Nachhaltigkeit am 6. September 2018, haben sich EPN Hessen im Verbund mit dem hessischen Landesverband des BUND und NaturFreunde Hessen mit einem gemeinsamen Appell an alle im Landtag vertretenen Parteien gewendet. Der Appell lautet, sich statt für CETA – dem umfassenden Handels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und Kanada – verstärkt für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen.

Die drei Verbände teilen die Einschätzung, dass CETA eine Bedrohung für Umwelt- und Verbraucherschutzstandards, bäuerliche Landwirtschaft und öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge ist. Der in CETA enthaltene Schutz von Arbeitnehmerrechten ist äußerst schwach, und die Bestimmungen zur regulatorischen Kooperation sowie die Einführung einer Investitionsschutz-Paralleljustiz vergrößern den Einfluss transnationaler Konzerne auf Politikgestaltung und unterhöhlen die Demokratie. Handelsabkommen wie CETA und die Handelspolitik der Europäischen Union als Ganzes müssten eigentlich zur Entwicklung einer nachhaltigen Weltordnung beitragen und sich insbesondere den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDG) und dem Pariser Klimaschutzabkommen unterordnen. Das zur Ratifizierung anstehende CETA-Abkommen steht jedoch eher im Gegensatz zu dieser Forderung.

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Leitlinien zur Entwicklungszusammenarbeit der Hessischen Landesregierung verabschiedet

Nachdem die neuen entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung schon vor längerer Zeit im Kabinett beschlossen worden waren, wurden sie am 15. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiesbadener Landtag auch offiziell der Öffentlichkeit präsentiert.

EPN Hessen hat sich in der bereits seit 2012 andauernden Diskussion stark eingebracht und begrüßt die Verabschiedung der aktuellen Leitlinien der Landesregierung, in denen Entwicklungszusammenarbeit als Querschnittsaufgabe der Landesregierung begriffen wird.

Nun geht es darum, dass die vom Kabinett beschlossenen Leitlinien der Landesregierung zeitnah und mit Beteiligung der Zivilgesellschaft weiterentwickelt und in konkreten Schritten umgesetzt werden und wir hoffen, dass sie schließlich auch vom Hessischen Landtag als Leitlinien des Land verabschiedet werden.


Weitere Infos:
>> Leitlinien zur Entwicklungszusammenarbeit der Hessischen Landesregierung (PDF)

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EPN Hessen mischt mit:
Wir sind Teil der Initiative „Konzernmacht beschränken“

„Konzerne wie Bayer, Google und VW verfügen über viel Marktmacht. Großkonzerne haben größtenteils Niederlassungen in Steueroasen, um sich vor Steuerzahlungen zu drücken. Mega-Fusionen, vielfach finanziert durch Banken und Investmentgesellschaften, erhöhen enorm die Marktkonzentration …“. So wird im Januar 2018 veröffentlichten Plattformpapier der Initiative „Konzernmacht beschränken“ einleitend die Kernproblematik auf den Punkt gebracht.

Konzerne werden also durch Zusammenschlüsse zu immer (noch) mächtigeren Global Playern. Wer sich mit seinem politischen Handeln global nachhaltiger Entwicklung verschrieben hat, sieht sich deshalb mit zahlreichen Herausforderungen und Widersprüchen konfrontiert. Ein zentraler Widerspruch besteht darin, dass Wirtschaftsmacht massiv Einfluss auf demokratische Prozesse nehmen kann und auch nimmt, selbst aber immer schwerer kontrollierbar ist. Die sich mit Globalisierungsprozessen beschäftigende Politikwissenschaft beklagt, dass der politische Globalisierungsprozess, also das globale Regierungshandeln (Global Governance) dem ökonomischen Globalisierungsprozess meilenweit hinterher hinkt. Der direkte wie auch indirekte Einfluss von WirtschaftsakteurInnen auf nationale wie internationale Entscheidungsprozesse lässt sich überall beobachten und verstärkt sich entsprechend der Konzentration von Konzernmacht, die „too big to regulate“ werden (zu groß, um noch reguliert werden zu können). Transparenz, demokratische Verfahren und Gemeinwohl, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte drohen so zunehmend auf der Strecke zu bleiben. Die Folgekosten profitorientierten wirtschaftlichen Handelns für Mensch und Natur wiederum dürfen in aller Regel von „der Allgemeinheit“ getragen werden.

Zivilgesellschaftliche Nichtregierungsorganisationen können solchen Machtverhältnissen nur durch akribische Recherchen, Öffentlichkeitsarbeit, politischen Kampagnen, Rechtsmitteln und der sogenannten „Watch-Dog“ Funktion begegnen. Um gegen die Lobbyaktivitäten insbesondere von großen Konzerne ein Gegengewicht zu bilden, hat sich nun eine breite Plattform von Nichtregierungsorganisationen aus der Entwicklungs-, und Umweltpolitik, aus dem VerbraucherInnenschutz und von alternative Landwirtschaftsverbänden in der Initiative „Konzernmacht beschränken“ zusammengeschlossen.

Das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen e.V. trägt die Initiative mit und hat auch das Plattformpapier mitunterzeichnet. Gemeinsam fordern wir darin u.a., Öffentliche Rechte zu stärken, Beschwerdestellen einzurichten, die Rolle von Parlamenten zu stärken sowie Monopole zu beschränken.

Weitere Infos:
>> Plattformpapier der Initiative „Konzernmacht beschränken“ (PDF)
>> www.konzernmacht.de – Webseite zur Konzernmacht-Initiative

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Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen PFQ wird fortgesetzt

Gute Nachrichten zu Beginn des neuen Jahres 2018 für entwicklungspolitische Organisationen, die Qualifizierungsmaßnahmen für andere entwicklungspolitische Organisationen anbieten, denn das Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen, kurz PFQ, wird fortgeführt! In Deutschland arbeiten zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NRO) an der Erreichung entwicklungspolitischer Ziele und setzen Projekte im In- und Ausland um. Über das PFQ hat Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von 2014 bis Ende 2017 Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland unterstützt, die ihre in der Praxis erworbene entwicklungspolitische Fachexpertise an andere entwicklungspolitische Akteure der deutschen Zivilgesellschaft weitergeben. Hierzu zählen zum einen Qualifizierungen zu sektoralen Schwerpunkten der deutschen und internationalen Entwicklungspolitik, zum anderen methodische Qualifizierungen mit klarem entwicklungspolitischen Bezug.
Über die Pressestelle von Engagement Global wurde nun Anfang Januar verkündet, dass PFQ zunächst bis Ende 2020 fortgeführt wird.


Weitere Infos:
>> Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen PFQ

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Dezember 2017

Work in progress: Weiterarbeit am Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

Klimawandel, Ressourcenknappheit, soziale Ungleichheit, Rassismus: Die globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert sind immens! Sie machen gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen sowie Umdenken und Handeln im Alltag notwendig. Bildung leistet dabei einen wichtigen Beitrag zu Sensibilisierung, Perspektivwechsel und Veränderungsorientierung. Diese Einschätzung bildet den Ausgangspunkt für den „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Der Orientierungsrahmen (OR) wurde erstmals im Jahr 2007, von der Konferenz der Kultusminister*innen der Länder (KMK) und dem Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) herausgegeben. Er dient als Bezugsrahmen für die Entwicklung von Lehr- und Bildungsplänen und für schulische Curricula, für die Gestaltung von Unterricht und außerschulischen Aktivitäten. Seit der Veröffentlichung der Neuauflage 2015 wird die Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens stetig vorangetrieben. So sollen weitere Fächer hinzukommen oder überarbeitet werden, Teilausgaben der Fachkapitel sowie zugehörige Lern- und Lehrmaterialien erstellt werden.

Sehr zu begrüßen ist, dass als verbindliches Qualitätskriterium für die Unterrichtsmedien und Lehr-/Lernmaterialien festgelegt wurde, „[…] Stereotype, rassistische Diskriminierung, eurozentrische Sichtweisen und ungerechtfertigte kulturelle Zuschreibungen [zu vermeiden]“. Auch das Selbstverständnis von Engagement Global (EG) – das den Arbeitsprozess zum OR koordiniert – verweist darauf, dass „[….] die Auseinandersetzung mit Rassismus und das aktive Entgegenwirken gegen diesen [für EG] eine zentrale Aufgabe und Verantwortung dar[stellt] […]“. „Als lernende Organisation suchen wir hierzu den Dialog mit unseren Partnerinnen und Partnern, Zielgruppen und Interessierten und laden dazu ein, sich mit uns offen und konstruktiv in den Austausch zu begeben.” (aus dem Positionspapier des Fachkreis Anti-Rassismus von EG; Stand Juni 2014)

Von zivilgesellschaftlicher Seite wird der Prozess der Weiterarbeit mit und am Orientierungsrahmen konstruktiv-kritisch begleitet.


Weitere Infos:
>> Orientierungsrahmen (PDF)
>> Bestellmöglichkeit der Druckausgabe (Cornelsen Verlag)

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