Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main,
Lange konnte Deutschland davon profitieren, dass es unter dem nordatlantischen Schutzschirm stand und seine Zurückhaltung gegenüber militärischen Ausgaben aufgrund seiner Geschichte auf Verständnis traf. Doch die Zeiten der Friedensdividende für Deutschland sind vorbei. Die veränderte Weltlage erfordert einen höheren politischen und finanziellen Einsatz der Bundesrepublik. Und das ausgerechnet zu Zeiten, in denen die deutsche Wirtschaft schwächelt und die Exportnation an ihre Grenzen gelangt. Das Geld, das für die Friedenssicherung (oder Verteidigungsfähigkeit) in Europa aufgebracht werden muss, wird den öffentlichen Haushalten fehlen. Bis zu 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts jährlich werden benötigt, um die erhöhten Ausgaben für Bundeswehr, Auslandseinsätze, Rüstungsgüter, Zivilschutz und Katastrophenschutz zu decken. Dafür werden Haushaltsentscheidungen getroffen, die viele noch vor wenigen Jahren nicht befürwortet hätten. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird es darum gehen zu fragen, wer denn die Rechnung für die notwendig gewordenen Kosten zahlen muss. Die Steuerzahler über Steuererhöhungen? Oder künftige Generationen über den Schuldendienst? Kontrovers gesehen werden auch die Umverteilungen, zu denen die öffentlichen Haushalte gezwungen sein werden. Geraten die Sozialhaushalte unter zusätzlichen Druck? Gefährdet dies den Sozialstaat? Über diese und weitere Fragen diskutieren wir mit Expert/innen.
