Made in EU: Ein Sozialdrama über Europas Textilindustrie

22. Februar 2026 (15:30 - 19:00)

Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main,

März 2020: Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien. Tag für Tag näht sie „Made in EU“-Etiketten in Kleidungsstücke, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, dass Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Arbeitgeber, Kolleg/innen, Nachbar/innen – selbst ihr eigener Sohn – wenden sich nach und nach von ihr ab. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt. „Made in EU“ ist ein intensives, aufwühlendes Sozialdrama. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Cannes-Regisseur Stephan Komandarev ein bewegendes Porträt einer Frau, die nicht nur an einem Virus, sondern auch am System zerbricht. Der Film legt die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Europas Textilindustrie offen, übt scharfe Konsumkritik und appelliert an unser gesellschaftliches Miteinander.

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