Veranstaltungsort: ExRotaprint, Gottschedstr. 4, 13357 Berlin,
Die Veranstaltung wird hybrid stattfinden und ist kostenlos.
mit Deutsch/Französischer Simultanübersetzung
Anmeldung: konferenz@narud.org
Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie vor Ort oder Online per Zoom-Konferenz teilnehmen möchten und ob Sie eine Deutsch/Französische-Simultanübersetzung benötigen.
Die Demokratische Republik Kongo steht im Zentrum vielfältiger politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen. Während das Land über bedeutende Vorkommen an Rohstoffen verfügt, die für globale Wertschöpfungsketten und moderne Technologien von großer Bedeutung sind, haben große Teile der Bevölkerung weiterhin nichts vom Ressourcenreichtum ihres Landes außer brutalen Ausbeutungsbedingungen und bewaffneten Konflikten.
Nachdem im Mittelpunkt des letztjährigen Fachtags 2025 die Konflikte im Osten des Landes standen, wird der diesjährige Fachtag die Bedeutung von Rohstoffen und die Folgen und Gefahren des Extraktivismus, aber auch neue Infrastruktur- und Handelsprojekte sowie Perspektiven für eine stärkere wirtschaftliche Souveränität der DR Kongo in den Fokus nehmen. Der Fachtag bietet Raum für einen kritischen fachlichen und öffentlichen Austausch über die Zusammenhänge von Rohstoffreichtum, internationalen Wirtschaftsinteressen, wirtschaftlicher Entwicklung und möglichen Handlungsperspektiven.
Programm:
09:45 Uhr: Ankommen
10:00 Uhr: Begrüßung durch NARUD e.V.
10:10 – 13:15 Uhr: Impulsreferate & Diskussionen:
- Der Lobito-Korridor: Infrastruktur, Handel, neue Rohstoffabhängigkeiten (Dr. Boniface Mabanza, Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika | KASA)
Die Sanierung des Lobito-Korridors von der DR Kongo in die angolanische Hafenstadt Lobito, soll den westlichen Ländern die direkte Rohstoffausfuhr erleichtern und ihre Bedeutung als Handelspartner auch bei Importen in Konkurrenz zu China erhöhen. Die Konzession für die Zugverbindung wird von einer Gruppe europäischer Logistikunternehmen kontrolliert. Welche Strategien stehen einerseits von den USA, andererseits von der EU hinter diesem Ausbau? Was bedeuten sie für die DR Kongo? - Vom Rohstoffexport zur Wertschöpfung: Wirtschaftliche Souveränität der DR Kongo (Prof. Dr. Bob Kabamba, Politikwissenschaftler, Universität Lüttich)
Wie kann die DR Kongo stärker von ihren eigenen Rohstoffen profitieren? Wie kann erreicht werden, dass Gewinne aus dem Rohstoffexport erhöht und zu sinnvollen Investitionen zur wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung genutzt werden? - Die DR Kongo und die europäische Verantwortung
Wie können europäische Regierungen und Zivilgesellschaften die DR Kongo unterstützen, einen wirksamen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen? Welche Maßnahmen sind denkbar, um nachhaltige und gerechte Lösungen zu finden? Wie kann die ungleiche Verteilung der ökologischen und sozialen Kosten innerhalb der internationalen Arbeitsteilung gemildert werden? Was könnten hier Lieferkettengesetze und Maßnahmen zu fairem Handel beitragen?4. Rolle der kongolesischen Diaspora
Die kongolesische Diaspora hat bereits verschiedentlich ihre Mobilisierungsfähigkeit bewiesen. Wie kann sie sich wirksam einmischen, um in der DR Kongo eine nachhaltige Politik zu fördern? Wie kann sie z. B. Technologie Transfer oder Investitionen fördern? Wie kann sie angesichts der aktuell bedrohlichen Situation, nachdem Ex-Präsident Kabila sich offen vor ein neues Bündnis von Rebellengruppen einschließlich der M23 gestellt hat, für Frieden oder wenigstens konflikteindämmend auf die Konfliktparteien in der DR Kongo einwirken?
Wie kann sie aber auch die deutsche Öffentlichkeit und Politik besser auf die Situation in der DR Kongo aufmerksam machen, z.B. hinsichtlich von Menschenrechten, Arbeitsrechten, Rohstoffausbeutung unter zumeist katastrophalen Bedingungen, Lieferketten, unfaire Handelsbeziehungen?
13:15 – 14:00 Uhr: Mittagspause mit afrikanischem Buffet
14:00 – 16:00 Uhr | Podiums- und Publikumsdiskussion mit den Referent*innen und weiteren Gästen: Thema: Was folgt aus der speziellen Verantwortung der Länder des Globalen Nordens als ehemalige Kolonialmächte in Bezug auf die Rohstoffausbeutung in Afrika? Wie kann der DR Kongo nachhaltige Entwicklungsperspektiven ermöglicht werden, die ihnen helfen, ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu stärken und die Armut zu bekämpfen? Welche Konsequenzen hätte eine verstärkte Unterstützung für ein Land wie Deutschland? Wie kann die Unterstützung afrikanischer Länder in einer Entwicklungspartnerschaft auf Augenhöhe gestaltet werden, insbesondere in Bezug auf faire und nachhaltige Rohstoffgewinnung und längerfristig in Bezug auf eine Veränderung der internationalen Arbeitsteilung?
Wir freuen uns auf Ihre/Eure aktive Beteiligung!
