Social Media in der Eine Welt-Arbeit

Social Media spielt in der Kommunikationsarbeit von NGOs und in der Eine Welt-Arbeit eine immer wichtigere Rolle. Über Social Media-Plattformen lassen sich große Zielgruppen erreichen und für Kampagnen und Aktionen aktivieren. Gleichzeitig dienen diese Kanäle vielen Organisationen dazu, Spendengelder zu akquirieren. Zudem werden ansprechende Social Media-Auftritte immer mehr zur Visitenkarte von Organisationen.

Social Media umfasst Online-Plattformen und -Dienste, die es Nutzer:innen ermöglichen, Inhalte zu teilen, zu interagieren und zu vernetzen. Dabei können sie Texte, Bilder, Videos und andere Medien veröffentlichen und mit anderen Nutzer:innen kommunizieren, was ein dynamisches und interaktives Umfeld schafft.

Die Nutzung von Social Media-Plattformen ermöglicht Vereinen, ihre Reichweite zu vergrößern und ihre Botschaften effektiv zu kommunizieren. Zudem fördert sie eine stärkere Interaktion mit Mitglieder:innen und der Community, um Beziehungen aufzubauen, Feedback zu erhalten und die Vereinsaktivitäten transparenter zu gestalten.

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Kommunikationsform

Das größte Argument für die Nutzung von Social Media-Kanälen ist zweifellos die große Reichweite. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, ist es wichtig, regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen. Dabei besteht die Herausforderung darin, diese ansprechend aufzubereiten. Auf Social Media-Kanälen herrscht eine andere Kommunikationsform als auf einer Website oder in einer regulären E-Mail. Daher ist es entscheidend, sich mit der gängigen Sprache auf den verschiedenen Plattformen auseinanderzusetzen, um sicherzustellen, dass Beiträge wahrgenommen, geteilt und mit „Gefällt mir“ markiert werden.

Dennoch ist es auch auf Social Media wichtig zu beachten: Die Verwendung von Alltagssprache ist zwar von Bedeutung, jedoch sollten einzelne Begriffe stets kritisch hinterfragt und barrierefrei sowie diskriminierungssensibel verwendet werden. Im Zweifelsfall sollten komplexe Begriffe noch einmal einfach erklärt werden.

Zeitmanagement

Bei der Arbeit mit Social Media-Plattformen ist eine klare Aufgabenverteilung von entscheidender Bedeutung – nicht nur, um eine effektive Betreuung der Social-Media-Accounts sicherzustellen, sondern auch, um Unklarheiten und eine Überlastung des Arbeitspensums zu vermeiden. Dazu gehört auch die Festlegung, welche Plattformen für welche Zwecke genutzt werden sollen. Die Zielgruppen und die Art der Kommunikation variieren je nach Plattform. Zum Beispiel ist bei einem jüngeren Publikum die Plattform Instagram oft beliebter als Facebook. Es ist wichtig zu überlegen, wie viel Zeit für die Arbeit in den sozialen Medien zur Verfügung steht. Die Kommunikation in den sozialen Medien ist schnelllebig und geht auch über das Wochenende weiter. Ein gut durchdachter Zeitplan ist daher stets von Vorteil.

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Gestaltung

Social-Media-Plattformen leben von Interaktionen in Form von Likes und Shares. Beiträge, die häufig geteilt, gelikt oder gespeichert werden, werden automatisch einer größeren Anzahl von Nutzer:innen sichtbar gemacht. Angesichts der Schnelllebigkeit von Social Media ist eine ansprechende Gestaltung daher besonders wichtig. Lange Texte und komplexe Statistiken finden in der Regel wenig Anklang. Informationen sollten daher leicht verständlich und möglichst kreativ vermittelt werden. Bilder und Grafiken können dabei helfen, die Aufmerksamkeit auf einen Beitrag zu lenken.

Gegenkommentare

Neben dem zeitlichen Aufwand und der Anpassung an gängige Kommunikationsmuster gibt es weitere Herausforderungen im Umgang mit Social Media. Der Auftritt auf diesen Plattformen kann zu unerwünschten Begegnungen führen. Insbesondere rechte Akteur:innen greifen vermehrt progressive zivilgesellschaftliche Organisationen online an, was oft in Form von Hate Speech geschieht. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich im Team im Vorfeld darauf zu einigen, wie mit möglichen Hasskommentaren umgegangen wird.

Abgesehen von solch extremen Beispielen ist es wichtig, zu bedenken, dass Organisationen im digitalen Raum auf Gegenrede und Diskussionen stoßen können und dafür gewappnet sein sollten. Gegenkommentare treten in den meisten Fällen erst mit wachsender Anzahl von Follower:innen auf.

Quellen und Bildrechte

Trotz des informellen Umgangs auf Social Media sollte immer darauf geachtet werden, welche Informationen geteilt werden. Fotos aus dem Internet dürfen beispielweise nicht einfach frei verwendet werden und es müssen immer die Bildrechte angegeben werden. Auch andere geteilte Informationen sollten eine Quelle enthalten. Zur Bearbeitung von Beiträgen für beispielsweise Facebook und Instagram können zudem auch Plattformen genutzt werden, welche Bilder und Grafiken frei zur Verfügung stellen. Auf www.canva.com können Beiträge z.B. bearbeitet und alle kostenlosen Bilder ohne Quellenangabe genutzt und veröffentlicht werden. Über Websites wie www.unsplash.com oder www.pixabay.com lassen sich ebenfalls Fotos finden, die frei zur Verfügung stehen.