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Einzelbeitrag:

Fotoausstellung: Bitter Oranges – Migrantische Erntehelfer in Süditalien

Mi, 02.12.2015 Sa, 05.12.2015 | - | Witzenhausen (Universität Kassel/Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen)

Fotoausstellung. VeranstalterIn: Organisationsteam der 23. Witzenhäuser Konferenz und das Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung und den Fachschaftsrat Witzenhausen


Begleitend zur 23. Witzenhäuser Konferenz „Frohes Schaffen!? - Arbeit in der Landwirtschaft“ – ist es dem Organisationsteam gelungen, in Kooperation mit dem Gewächshaus für Tropische Nutzpflanzen, die Ausstellung „Bitter Oranges“ nach Witzenhausen zu holen. Sie ist zur gleichen Zeit in Rom zu sehen.

Viele der Bootsflüchtlinge, die über Lampedusa nach Europa kommen, landen als Saisonarbeiter auf den Orangenplantagen in Kalabrien. Die Arbeitsbedingungen sind durch Ausbeutung gekennzeichnet: als Tagelöhner, ohne Arbeitsvertrag, verdienen sie nur 25 Euro an einem 12-14-stündigen Arbeitstag. Doch die meisten finden nur an wenigen Tagen im Monat Arbeit, denn die Konkurrenz ist groß. Die  Lebensbedingungen sind schockierend: die Arbeiter müssen in Slums leben, die sie aus Karton und Plastikplanen am Rande der Stadt errichten oder in einem Zeltlager, das vom Zivilschutz errichtet wurde.

Bitter Oranges ist das Ergebnis einer dreijährigen Forschung, in der die EthnologInnen Diana Reiners und Dr. Gilles Reckinger sowie die Fotografin und Sozialwissenschaftlerin Carole Reckinger regelmäßig die Orangenarbeiter von Rosarno aufsuchten.

Die Bilder und Aufnahmen der Ausstellung sind durch die Arbeiter selbst entstanden. Sie haben mit Digitalkameras ihre Lebenssituation dokumentiert. Diese Aufnahmen werden von den drei AusstellungskuratorInnen ergänzt.

Ziel der Ausstellung ist es, das Gesicht der Sklaverei in Europa, Migrationspolitik und Preisdruck in der Lebensmittelproduktion zu thematisieren. Zugleich sensibilisiert sie für faire Handelsbedingungen und einen bewussten Konsum von Nahrungsmitteln. Es werden auf leicht verständliche Weise die strukturellen Bedingungen von Lebenslagen zwischen europäischer Migrationspolitik und extremer Prekarisierung an den unteren Rändern der Arbeitsgemeinschaft deutlich gemacht.

 

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, den 02. Dezember um 19:30 Uhr mit einem Sektempfang im Tropengewächshaus, bei dem auch der Kurator Dr. Guilles Reckinger anwesend sein wird.

 

Die Ausstellung ist von Mittwoch, den 02. Dezember bis Samstag, den 05. Dezember täglich von 12:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos:
>> Webseite der Ausstellung

Veranstaltungsort:
Universität Kassel/Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen, Steinstraße 19, WitzenhausenKarte zu Universität Kassel/Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen

Gefördert vom Bund:
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Und gefördert vom Land: Logo HMWEVL

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