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Einzelbeitrag:

Film “Kairo 678”

Fr, 07.02.2014 | 19:30 | Frankfurt am Main (Stadtteilbüro Bockenheim)

Filmvorführung. Veranstalter: EPN Hessen-Mitglied Dritte Welt Haus e.V.


Ägypten, 2010, 100 min, Regie: Mohamed Diabs

Der Filmtitel "Kairo 678" bezieht sich auf eine Buslinie, mit der Fayza täglich zur Arbeit fährt. Die junge Mutter ist auf den immer überfüllten Bus angewiesen, doch bei ihren Fahrten ist sie regelmäßig den sexuellen Übergriffen von Männern ausgeliefert. Oft steigt sie deshalb vor ihrem Ziel aus, kommt dann zu spät zur Arbeit, weshalb auch schon ihr Lohn gekürzt wurde. Als sie im Fernsehen eine Sendung sieht, in der die Übergriffe gegen Frauen in der Öffentlichkeit thematisiert und angeklagt werden, notiert sie sich die dort genannte Telefonnummer unter der sich betroffene Frauen melden können. So findet Fayza zu Seba, der TV-Moderatorin dieser Sendung. Seba, die aus der Oberschicht kommt, ist nicht mehr länger bereit zu schweigen, denn sie wurde nach einem Fußballspiel Opfer einer Massenvergewaltigung.

Die dritte Protagonistin des Films ist die selbstbewusste Nelly. Sie arbeitet in einem Call-Center und hat ihre ersten Bühnenauftritte als Künstlerin. Als ein Autofahrer versucht, sie auf offener Straße in ihr Auto zu zerren, wehrt sie sich nicht nur vehement, sondern versucht auch das Auto zu stoppen. Ihre Mutter, die den Vorfall beobachtet hat eilt ihr zu Hilfe und es gelingt, den Mann auf ein Polizeirevier zu bringen. – Nicht so einfach ist es hingegen, den Täter dort auch anzuzeigen.

Wie diese drei Frauen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten mit ihren traumatischen Erfahrungen zurechtkommen, bzw. wie ihre Männer oder die Familien damit umgehen, dies erzählt der Film außerordentlich eindrücklich – und ohne dabei Lösungen anzubieten.

"Kairo 678" reflektiert auch die sozialen Unterschiede in der ägyptischen Gesellschaft und bietet so einen guten Einblick in die Verhältnisse, die zu den jüngsten Umbrüchen geführt haben. Damit ist Mohamed Diabs bereits 2010 gedrehter Film auch ein ermutigendes Dokument des Arabischen Frühlings. Der Mut und die Entschlossenheit, die Dinge nicht mehr so hinzunehmen, spiegeln so bereits den gesellschaftlichen Wandel, die 2011 in den Protesten auf dem Tahrir-Platz mündeten.

Beginn 19:30 Uhr, Info/Essen&Trinken

Filmbeginn 20:30 Uhr

Weitere Infos:
>> Veranstaltungsankündigung auf der Webseite des Veranstalters

Veranstaltungsort:
Stadtteilbüro Bockenheim, Leipziger Straße 91, Frankfurt am MainKarte zu Stadtteilbüro Bockenheim

Gefördert vom Bund:
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Und gefördert vom Land: Logo HMWEVL

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