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NETZ e.V.

NETZ e.V. engagiert sich für mehr Gerechtigkeit in Bangladesch, Indien und weltweit. Sie stehen für Gleichberechtigung, Menschenrechte und ein selbstbestimmtes Leben der global am meisten benachteiligten Menschen. Sie kennen aus 30 Jahren intensiver Partnerschaft die Potentiale von Menschen, die global an den Rand gedrängt werden und unterstützten sie, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einzusetzen und vor Ort soziale Strukturen aufzubauen, die ihnen und anderen helfen.
Gemeinsam tragen sie ihre Erfahrungen auch international weiter. Zum Beispiel thematisieren Ehrenamtliche in Aktionsgruppen in Kirchen, Weltläden und Schulen die globalen Herausforderungen aus der Perspektive Bangladeschs und regen damit zu langfristigen positiven Veränderungen an. Im Arbeitskreis Bildung setzen sich Engagierte mit Entwicklungspolitik auseinander, wirken bei der Gestaltung von neuem Unterrichtsmaterial mit, oder führen Workshops zu Themen wie Klimagerechtigkeit, Textilindustrie oder Menschenrechten durch.

Was hat sich seit dem Beginn der Pandemie für Eure Arbeit geändert?
Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mussten geplante Solidaritäts-Aktionen, Bildungsveranstaltungen oder Treffen ausfallen. Mitarbeitende wechselten zum Großteil ins Home Office.

Was haben Sie und habt Ihr unternommen, um mit der neuen Situation umzugehen?
Mit digitalen Publikationen und angepassten Online-Workshop-Konzepten für Schüler:innen und Erwachsene förderte NETZ auch auf die Distanz das Verständnis für globale Zusammenhänge und Ungerechtigkeiten, die gerade während der Krise besondere Aufmerksamkeit verlangen. Begegnung und Austausch fanden online statt. Im Mai 2020 verwandelte NETZ seine jährliche Bangladesch-Tagung in eine dreiwöchige Online-Veranstaltungsreihe. Als Referent:innen waren Shahidul Islam und Manjusree Mitra aus dem NETZ-Büro in Dhaka zugeschaltet, die damit – ungeachtet der Reisebeschränkungen – die enge Verbindung zwischen den beiden Ländern bekräftigten. Mit zahlreichen Aktionen sammelten Unterstützer:innen in ganz Deutschland Spenden: Manche nähten im Frühjahr für ihre Mitmenschen Alltags-Masken und finanzierten mit dem Erlös die Verteilung von Corona-Hilfspaketen für in Not geratene Familien in Bangladesch. Andere riefen über Zeitungen, Pfarrblätter und Elternbriefe, über soziale Medien und mit Video-Botschaften zu Spenden auf.

Was haben Sie und habt ihr während dieses Jahres gelernt und welche Chancen sehen Sie und seht Ihr jetzt?
Die von NETZ organisierten Workshops und Vernetzungstreffen brachten Menschen aus ganz Deutschland im digitalen Raum zusammen. Dadurch entstanden auch neue Verknüpfungen und Netzwerke über Regionen hinweg. Die Herausforderungen führten somit auch zu Lernerfolgen und ebneten des Weiteren den Weg für zukünftige Online-Veranstaltungen, um bundesweit Menschen zu erreichen und zu vernetzen. Als wir unser neues Fotobuch zum Leben an den großen Flüssen Bangladeschs zunächst in Bangladesch und wenig später in Deutschland vorgestellt haben, haben wir ganz neue Möglichkeiten kennengelernt, die Öffentlichkeitsarbeit in beiden Ländern zu verbinden.

Welche Rahmenbedingungen müssen sich verändern/welche politischen Forderungen habt ihr?
Die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist in der globalen Pandemie wichtiger denn je. Die Ungleichheiten nehmen drastisch zu, Informationen dazu sind zwar vorhanden, müssen aber vermittelt werden. Hierfür sollten der Bundeshaushalt und die Länder Zeichen setzen, statt zu stagnieren oder sich abzukapseln.