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lobOlmo

Jutta Ulmer ist Fotografin, Journalistin und Vortrags­referentin bei lobOlmo.
Die Arbeit der Organisation hat sich durch die Covid-19 Pandemie stark verändert. Jutta hat uns ein paar kurze Fragen beantwortet und erzählt uns, welche Strategien und Forderungen lobOlmo im letzten Jahr entwickelt hat.

Was hat sich seit dem Beginn der Pandemie für Eure Arbeit geändert?
Unsere Haupttätigkeiten sind Reisen und das Präsentieren von Multivisionsshows. Reisen zu Fair-Trade-Produzent:innen, um deren Arbeitsalltag in Lateinamerika, Afrika und Asien fotografisch zu dokumentieren, sind seit Pandemiebeginn nicht möglich. Über die Reiseerlebnisse berichten wir in Multivisionsshows, die zu zeigen während der Shutdowns untersagt ist. Im Herbst 2020 durften ein paar unserer Live-Reportagen mit reduzierter Gästezahl und unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden. Unser Honorar ist gästezahlabhängig. Kurz: Unsere Einnahmen sind stark gesunken und wir haben viel Zeit!

Was habt Ihr unternommen, um mit der neuen Situation umzugehen?
Wir kreieren Neues! Seit Herbst 2020 gibt es unsere Fotoausstellung „Fairer Handel WELTWEIT“ [1], die berührende Bilder aus zwölf Jahren Fair-Trade-Fotografie zeigt und bei uns ausgeliehen werden kann. Seit Februar 2021 haben wir eine Online-Galerie für Fair-Trade-Fotokunst [2], in der wir ausgewählte Fotografien als Wandbilder zur Gestaltung von Wohn- und Geschäftsräumen, im Besonderen von Weltläden, anbieten. Bis Sommer 2021 streben wir einen kompletten Relaunch unserer Fair-Trade-Bilddatenbank [3] an.

Was habt Ihr während dieses Jahres gelernt und welche Chancen seht Ihr jetzt?
Viele unserer Herbst-Multivisionsshows waren ausverkauft, was uns zeigte, dass auch in der Pandemie die Kultur ein tolles Mittel ist, um für den Fairen Handel zu begeistern. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass Kulturschaffende in Deutschland in der Pandemie auf sich alleine gestellt sind, und wir deshalb lobOlmo vielfältiger aufstellen müssen. Wir freuen uns riesig auf die Zeit, wenn Multivisionsshows wieder unbeschwert stattfinden können, und hoffen gleichzeitig auf einen Erfolg unserer neuen Fotoausstellung und Online-Galerie.

Welche Rahmenbedingungen müssen sich verändern?
Welche politischen Forderungen habt Ihr?

Von vielen Fair-Trade-Produzent:innen, die wir in den letzten Jahren weltweit besuchten, wissen wir, dass sie in der Pandemie keine staatliche Unterstützung erhalten. Insofern sind wir natürlich glücklich, im Sozialstaat Deutschland zu leben. Mit den Hilfsprogrammen für Kulturschaffende sind wir allerdings nicht zufrieden. Viele gehen leer aus. Wir fordern für Kulturschaffende direkte und weniger bürokratische Wirtschaftshilfen.


Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie [10]