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Veranstaltungsreihe: „Waffenhandel gestern und heute“

Di., 18.06.2019 (20.00h) | Marburg

Organisiert werden die Veranstaltungen vom Weltladen Marburg in Kooperation mit dem Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen und ARBEIT & LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs). Am 18.06.19 referieren PD Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll (Literaturwissenschaftlerin) und PD Dr. Johannes M. Becker (Friedens- und Konfliktforscher).

Weltweit werden permanent für den legalen wie illegalen Kauf von Waffen unfassbare Summen ausgegeben. Diese Ausgaben übersteigen bei Weitem diejenigen, die für die Lösung globaler entwicklungspolitischer Probleme wie Hunger, Armut oder Klimawandel nötig und ausreichend wären. Schon allein wegen dieser Ressourcenverschwendung stellt der globale Waffenhandel ein zentrales Hindernis für die Lösung existentieller globaler Probleme dar. Und das ist nicht nur ein theoretischer Zusammenhang: Der größte Waffenimporteur der Welt ist mit Indien ein Land, das zugleich auch die höchste Zahl an Hungernden weltweit aufweist. Einer der wichtigsten Waffenexporteure ist nach wie vor Deutschland. Es verstößt dabei ständig gegen den eigenen Grundsatz, keine Waffen in Spannungsgebiete zu liefern. Banken sind ein weiterer Faktor beim internationalen Waffenhandel. Sie sind einerseits zentral für die Finanzierung von Rüstungsproduktion und -handel. Ebenso wichtig ist aber auch ihre Rolle für die Geldwäsche von Gewinnen aus dem illegalen Waffenhandel. Denn Waffen verbleiben häufig nicht an dem Ort und bei den Empfängern, denen sie offiziell geliefert werden. Vielmehr blühen halblegale und illegale Märkte. Zusätzlich überschneiden sich die Strukturen des Waffenhandels häufig mit denen anderer illegaler Märkte. Ohne diese Strukturen von illegalem Waffenhandel könnten Kriege niederer Intensität von Warlords oder bewaffneten Gruppen oder sogenannte Drogenkriege gar nicht geführt werden. Das Erreichen zentraler entwicklungspolitischer Ziele wie die Stärkung von Demokratie, Menschenrechten und Partizipation wird dadurch erheblich erschwert. Die Reihe fragt aber auch nach Alternativen zu Rüstung und Waffenhandel und stellt Ansätze wie Konversionsprojekte oder zivile Friedensarbeit zur Diskussion.

In seinem Roman „Sir Basil Zaharoff – der König der Waffen“ von 1951 beschreibt Robert Neumann den Waffenhandel zur Zeit vor und während des ersten Weltkriegs anhand des Protagonisten Sir Bashil Zaharoff, dem ‚König der Waffen’ und ‚Händler des Todes’. Waffengeschäfte gehören heute nicht der Vergangenheit an – Aufrüstung und vermeintliche Bedrohungsszenarien sind allgegenwärtig. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur – das Geschäft läuft gut. Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll und PD Dr. Johannes M. Becker lesen aus dem Roman und referieren zur aktuellen Rüstungspolitik.

Eintritt frei.

Weitere Infos:

>>Flyer Veranstaltungsreihe des Weltladen Marburgs


Eckdaten:

Karte nicht verfügbar
Datum:
Di., 18.06.2019

Zeit:
20.00h
Veranstaltungsort:

Technologie-und Tagungszentrum Marburg

Software-Center 3
35037 Marburg


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