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Blickwinkel-Tagung: „Objektiv begriffen, subjektiv betroffen – Zum Verhältnis von Kategorien und Wahrnehmung bei Antisemitismus und Rassismus“

Mo., 20.06. (11.00h) - Di., 21.06.22 (13.00h) | Leipzig

Veranstalter:innen: Bildungsstätte Anne Frank

Blickwinkel. Antisemitismus- und rassismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft

Objektiv begriffen, subjektiv betroffen
Zum Verhältnis von Kategorien und Wahrnehmung bei Antisemitismus und Rassismus

Seit 2011 widmet sich die Tagungsreihe Blickwinkel. Antisemitismus- und rassismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft aktuellen Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Die Veranstaltungsreihe lädt zum Austausch und zur Vernetzung von Wissenschaft und pädagogischer Praxis ein.

Viele Konflikte handeln derzeit davon, wann eine Aussage oder Handlung als rassistisch oder antisemitisch zu bewerten ist. Manchen geht das zu weit, anderen noch nicht weit genug. Begriffe, Kategorien und Definitionen bieten Deutungsmuster fürs Erleben an, das wiederum die Begriffe prägt. Und beide – Begriff und Erleben – sind nicht endgültig fixiert, sondern potenziell veränderbar. Diese Gemengelage lässt sich auch bei Antisemitismus und Rassismus beobachten. Debatten in Wissenschaft und politischer Öffentlichkeit, in der pädagogischen Bildung und in den Alltagswelten, die über Formen und Phänomene des Rassismus und Antisemitismus geführt werden, erzeugt vermeintlich präzisere Begriffe, immer wieder aber auch Unsicherheit und Unbehagen. Zudem ist kein Begriff davor gefeit, kritisiert, umgedeutet oder in anderen Kontexten verwendet zu werden. Begriffe und ihre Verwendungszusammenhänge changieren zwischen Verharmlosung und Empörung, Vorwurf und Zurückweisung, Relativierung und Übertreibung, Objektivierungsanspruch und subjektiver Betroffenheit.

2022 tritt die BLICKWINKEL-Tagung einen Schritt zurück – und wendet sich den Begriffen und ihren Entstehungsgeschichten zu. Dabei werden diese ins Verhältnis zu Erscheinungsformen, zum subjektiven Erleben und zur kontextabhängigen Verarbeitung gestellt. Wie kann das subjektive Erleben eines Ereignisses ernst genommen werden, ohne dass damit die kritische Nachfrage oder Systematisierung unmöglich wird? Wie viel begriffliche Präzision und Differenzierung ist in unterschiedlichen Zusammenhängen möglich und nötig? Wie lässt sich verhindern, dass der Diskurs selbst wieder an sozialen Ausschlüssen mitwirkt, die er eigentlich zu vermeiden versucht? Welche Begriffe, Konzepte, Definitionen und damit Vorstellungswelten von Antisemitismus und Rassismus gab und gibt es, welche Geschichte(n) tragen sie mit sich?

ORGANISATORISCHES

Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben.
Die Veranstalter:innen übernehmen Unterkunftskosten für eine Übernachtung in Leipzig bis zu einem begrenzten Kontingent.
Die Tagungsräume sind barrierefrei zugänglich. Es findet eine Übersetzung in DGS statt.
Wir bieten eine kostenfreie Kinderbetreuung für Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren an. Hierfür ist eine separate Anmeldung erforderlich.

Anmeldeschluss: 20. Mai 2022 >>Zur Anmeldung

>>Zum Flyer


Eckdaten:

Datum:
Mo., 20.06.2022 - Di., 21.06.2022

Zeit:
11.00h - 13.00h
Veranstaltungsort:

Universität Leipzig: Paulinium

Neues Augusteum
04109 Leipzig



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