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Online-Buchvorstellung: „Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute“

Mi., 24.06.2020 (19.00h - 21.00h) |

Veranstalter*in: Universität Erfurt, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erinnerungsort Topf & Söhne

Über Deutschlands koloniale Geschichte wird in jüngster Zeit heftig debattiert. Es geht um kolonial belastete Straßennamen, um die Bestände von Museen und die Frage nach dem kulturellen Erbe insgesamt. Im Mittelpunkt stehen ehemalige Kolonien in Afrika wie das heutige Tansania und Namibia. Doch muss die Perspektive sowohl zeitlich als auch räumlich erweitert werden. Der deutsche Kolonialismus begann nicht erst 1884 mit der Berliner Kongokonferenz, sondern bereits im frühen 16. Jahrhundert mit den Aktivitäten der Handelshäuser der Fugger und Welser in Lateinamerika. Und er fand keineswegs nur jenseits des Salzwassers statt. Auch die deutschen Expansionsbestrebungen in Richtung Osten (Polen) sowie in Richtung Südosteuropa und Osmanisches Reich hatten eine koloniale bzw. imperiale Dimension.

Mark Terkessidis, renommierter Migrations- und Rassismusforscher, schlägt für die Geschichte des deutschen Kolonialismus einen größeren Rahmen vor. Nur so werden die Position Deutschlands in der Welt sowie aktuelle Migrations- und Fluchtbewegungen verständlich. In einer globalisierten Gesellschaft muss sich der Raum der Erinnerung demokratisch erweitern.

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Eckdaten:

Datum:
Mi., 24.06.2020

Zeit:
19.00h - 21.00h



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