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Vortrags- & Diskussionsabend: „Indigener Widerstand gegen die Gewalt in Kolumbien“

Di., 01.10.2019 (18.00h - 20.00h) | Gießen

Mit Abel Coicue, vom indigenen Radiosender Radio Pa‘Yumat (aus Huellas Caloto, Cauca, Kolumbien). Veranstalter: Red Colombia RheinMain, SDS Gießen und PBI RheinMain

Bei unserer Veranstaltung werden wir mit Abel Coicué (Nasa aus Huellas Caloto, Cauca) über den indigenen Widerstand gegen den bewaffneten Konflikt, den Drogenhandel und den illegalen Bergbau im Cauca sprechen und versuchen, konkrete Mechanismen für Solidaritätsaktionen aus unseren Städten heraus zu identifizieren. Abel wurde wegen der vielfältigen Bedrohungen, denen er ausgesetzt war, in Spanien ein temporäres Asyl gewährt.

Mit der Unterzeichnung des endgültigen Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Guerilla FARCEP 2016 hoffe die kolumbianische Gesellschaft auf das Ende des Krieges. Das Friedensabkommen enthält auch ein ethnisches Kapitel, das indigenen und afrokolumbianischen Gemeinden ethnische Rechte, u.a. das Recht auf die Selbstverwaltung von Territorium, garantiert. Mit dem Rückzug der FARC-EP aus den ehemals von ihnen besetzten Gebiete ist jedoch kein Frieden eingekehrt, sondern im Gegenteil werden diese Gebiete heute von Paramilitärs, Drogenhändlern, Dissidenten und der Armee stark umkämpft – auf Kosten der Zivilgesellschaft . Allein zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 20. Mai 2019 wurden 702 soziale AktivistInnen in Kolumbien ermordet (INDEPAZ2019). Fast 40% der Ermordeten sind Indigene oder AfrokolumbianerInnen, obwohl diese Gruppen nur etwa 20% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Das Departement Cauca ist das am stärksten betroffene Gebiet im ganzen Land. Allein hier wurden mehr als 111 Aktivist*innen seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens ermordet (24 Aktivistinnen*innen im laufenden Jahr 2019). Die Gewalt richtet sich auch deshalb gegen indigene und afroamerikanische Gemeinden, weil sie ihre territorialen und autonomen Rechte (laut Verfassung von1991 sowie im ethnischen Kapitel des Friedenabkommens verankert) geltend machen. Sie riskieren täglich ihr Leben um sich gegen die Einverleibung ihres Lands durch Extraktivismus und Drogenanbau zu wehren, für den Schutz der Umwelt und ein Recht auf Leben ohne Vertreibung einzusetzen. Indigene Organisationen wie CRIC und ACIN sowie die unbewa neten Selbstschutzgruppen der Guardia Indígena (in Nasa: KiweThegnas) sind Protagonisten dieses friedlichen Widerstands gegen die Gewalt.


Eckdaten:

Datum:
Di., 01.10.2019

Zeit:
18.00h - 20.00h
Veranstaltungsort:

Margarete-Bieber-Saal Justus-Liebig-Universität

Ludwigstraße 34
35390 Gießen



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