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Entwicklungsziele (MDG und SDG)

Im September 2000 trafen sich im Rahmen ihrer 55. Generalversammlung, 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen zu dem sogenannten Millenniumsgipfel, auf dem die Millenniumserklärung beschlossen wurde.

Die Erklärung umfasste die wichtigsten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft zu Beginn des neuen Jahrtausend und versuchte, die Rolle der UN im 21. Jahrhundert festzulegen. Auf der Grundlage von Werten wie Freiheit, Toleranz, Gleichheit und Solidarität sollten somit die „vordringlichsten Probleme unserer Zeit“ behandelt werden.
Aus der Erklärung wurden in einer speziellen Arbeitsgruppe acht konkrete und internationale Entwicklungsziele, die sogenannten Millenniumsentwicklungsziele (MDGs), entwickelt.

 

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

 

Ziel 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung

 

Ziel 3: Förderung der Gleichheit der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen

 

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit

 

Ziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

 

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

 

Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

 

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

 

 

Durch insgesamt 21 Zielvorgaben und 60 Indikatoren wurden die verschiedenen Themenbereiche der Millenniumsentwicklungsziele konkretisiert. Sie sollten die Fortschritte auf dem Weg zur Verwirklichung der MDGs messbar machen. Übergeordnetes Ziel war die Bekämpfung extremer Armut.

Seit ihrer Proklamation hatten sich die Millenniumsentwicklungsziele zu dem wichtigsten Leitmotiv der internationalen Entwicklungspolitik entwickelt und waren für viele Programme und Projekte von entwicklungspolitischer Organisationen leitend.

>> UN Millenniumserklärung (PDF)

 

Resultate nach Auslaufen der MDGs
Im Abschlussbericht der MDGs heißt es: „Bei vielen Millenniums-Zielvorgaben waren die Fortschritte weltweit gesehen erheblich, für einzelne Regionen und Länder jedoch ungleichmäßig, und es bestehen noch immer große Lücken. Millionen Menschen bleiben zurück(…). Um diese Menschen zu erreichen, bedarf es gezielter Maßnahmen.“Das Nichterreichen der meisten MDGs ist vor allem auf nicht eingehaltene Zusagen, unzureichende Mittel, ungenügende Schwerpunktsetzung, Rechenschaftslegung, die Schwächen der Überprüfungsmechanismen und unzureichende Datenlagen zurückzuführen. Die gewünschte Klarheit der Ziele stellte immer auch eine selektive Zieldefinition dar, welche wesentliche Einflussfaktoren von Entwicklung ausblendete.
Es bestand und besteht aber auch eine generelle Kritik an den MDGs.
Es wurde von einer klaren Unterteilung in sogenannte entwickelte und geldgebende Länder des Globalen Nordens und zu entwickelnde und gelderhaltende Länder des Globalen Südens ausgegangen. Zudem setzten die MDGs auf ein Entwicklungsmodell, welches auf Wachstum basiert, was wiederum zur Zerstörung ökologischer Grundlagen beiträgt. Zudem wurden ganze Themenkomplexe, die noch in der Millenniumserklärung genannt wurden, wie Frieden, Sicherheit und Abrüstung, ausgespart. Die MDGs basierten nicht auf einem menschenrechtsgestützen Politikansatz, bezogen qualitative Elemente zu wenig mit ein und waren zudem nicht sehr ambitioniert formuliert. Aufgrund der Nichtbeachtung von strukturellen Rahmenbedingungen z.B. in Bezug auf Armut oder ganzer Gruppen wie Menschen mit Behinderung konnten sie nur eine begrenzte Reichweite erlangen. Für die konsequente Umsetzung der MDG fehlte der politische Wille, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die nötigen Gelder bereitzustellen.Da die Millenniums-Entwicklungsziele 2015 ausliefen, wurde die Entwicklung neuer Ziele notwendig. Einen grundlegende Bruch mit dem alten Ansatz soll nun durch die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die im September des Jahres 2015 verabschiedet wurden, erfolgen.
>>Die_SDGs_Agenda_2030

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