Druckansicht

Nachhaltige Beschaffung – ein entwicklungspolitisches Thema?

Warum ist das Thema Beschaffung seit vielen Jahren ein zentrales Arbeitsfeld des Dachverbandes der Eine Welt Landesnetzwerke (agl) sowie vieler weiterer entwicklungspolitisch aktiver Nichtregierungsorganisationen?

1) Produktions- und Konsumverhältnisse bestimmen für alle Menschen auf diesem Erdball über  Ein- und Auskommen. Sie bestimmen unsere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wie auch über Gesundheit, Ernährung, Bildung, Umweltbedingungen – kurz: über unser aller (Über-)Leben.

2) Produktions- und Arbeitsverhältnisse waren und sind Ergebnisse und Kompromisse gesellschaftlicher Kämpfe, ausgetragen von Gewerkschaften, ArbeiterInnenassoziationen, Landlosen, bäuerlichen Kooperativen, u.a.m. In Zeiten der Globalisierung wird die Unterstützung dieser Kämpfe durch politisch bewussten Konsum, den Fairen Handel sowie transnationale Netzwerke und Kampagnen immer wichtiger.

3) Diese können effektive politische Steuerungsmechanismen zur Regulierung der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Globalisierung keineswegs ersetzen. Um globale Umwelt- und Sozialstandards durchzusetzen braucht es international wie lokal verbindliche rechtliche Vorgaben und Sanktionen – aber auch Anreize!

4) Die öffentliche Hand verfügt hier über eine besondere Marktmacht, um durch bewussten Konsum und öffentliche Beschaffung verantwortliches Wirtschaftshandeln zu fördern und zu fordern. Sie ist verpflichtet – auch in der treuhänderischen Vergabe von Steuergeldern – sowohl Menschenrechte als auch Umweltschutzvereinbarungen zu wahren.

Entwicklungspolitische und Menschrechtsorganisationen nehmen die Politik deshalb in die Pflicht und klagen beharrlich die globale Berücksichtigung von Sozial- und Umweltstandards als legitime Kriterien der öffentlichen Auftragsvergabe ein – von der EU bis zur Kommune.

 

Druckansicht  Druckansicht