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"Isst Du noch oder fährst Du schon?" Eine Fortbildung zum Thema Agrosprit und Welternährung
>> Was haben steigende Nahrungsmittelpreise, Hunger, Umweltschutz, Klima und die weltweit wachsende Bedeutung nachwachsender Rohstoffe miteinander zu tun?
Die einen sagen, Agrosprit sei eine klimafreundliche Lösung der Energieknappheit und bringe gleichzeitig neue Einkommensmöglichkeiten für Landwirte weltweit. Biodiesel sei regenerativ, untoxisch und biologisch gut abbaubar. Die anderen sagen, Biosprit sei weder klimafreundlich noch würde der ländliche Raum profitieren, die Konkurrenz der Produkte (Nahrungsmittel vs. Erneuerbare Energie) liesse Nahrungsmittelpreise steigen. Statt auf Energieeinsparung zu setzen, wird weiter das volle Konsumprogramm gepredigt.
Fakt ist: Für die Produktion von Agrosprit werden Zuckerrohr, Mais oder auch Soja verwendet. Da die Anbauflächen in Europa zu klein sind, werden Energiepflanzen verstärkt in Entwicklungsländern angebaut und importiert. Das hat schwere Folgen für die ärmsten Menschen dieser Länder: Inzwischen sind je nach Land bereits bis zu 70 Prozent der steigenden Lebensmittelpreise auf die Herstellung von Agrosprit zurückzuführen.
Wo Energiepflanzen angebaut werden, fehlen Nahrungsmittel. Darüber hinaus führt die Nachfrage nach Agrosprit in den Ländern des Südens zu einer steigenden Nachfrage nach Ackerland. Weltweit werden dafür Menschen vertrieben und Urwaldgebiete gerodet - die für ein stabiles Weltklima von großer Bedeutung sind.
Da ist es nur noch ein kleines Zusatzargument, dass Biosprit nicht mal klimaneutral ist, wie diejenigen behaupten, die vom Handel profitieren.
Klaus Töpfer, ehemaliger Leiter der UN-Umweltbehörde, sagt: "Die Energieintensität unseres Essens ist drastisch angestiegen. Wir essen Erdöl, um es brutal zu sagen. Unsere Essgewohnheiten globalisieren sich, es werden sehr viel mehr Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie vorgefertigte Nahrung gegessen. Das kostet dramatisch mehr Flächen und Energien." - Ein weiteres Argument für mehr bewussten und ressourcenschonenden Konsum.
Fortbildung für junge Erwachsene:
In unserem dreitägigen Seminar wollen wir uns zusammen mit euch anhand von Ausflügen, Vorträgen, Besichtigungen und unserem gemeinsamen Planspiel die Produktion der Biokraftstoffe genauer betrachten, um auf folgende Fragen (und
möglicherweise auch andere) Antworten zu finden:
● Stehen die Produktion von Biokraftstoffen und eine gesicherte Ernährung in
Konkurrenz zueinander?
● Kann Biosprit eine Lösung für die Energiekrise sein?
● Wie ist überhaupt die Klimabilanz für nachwachsende Rohstoffe?
● Und wer profitiert eigentlich von der ganzen Situation?
Wir freu(t)en uns sehr auf Euch!
Annika, Frank, Romina, Sandra, Sabine, Andreas
(BUNDjugend Hessen, Hessische Landjugend, EPN Hessen)
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